Entrümpelung

Foto oben: Wohnzimmer vorher

Ohne Fleiss kein Preis!

Langsam aber sicher hat nun alles wieder seinen Rhythmus gefunden. Da ich vom Amt wegen unserer Anfrage nach Fristverlängerung nichts hörte, habe ich vorsichtshalber mal angerufen. Selbstverständlich sei unser Antrag akzeptiert, meinte die Dame freundlich, denn sonst hätten sie sich ja gemeldet. Nun verstehe ich auch, warum ich mich über Post vom Amt immer ärgern muss, denn hier gilt der Grundsatz: keine Nachricht ist eine gute Nachricht. Das muss man ja nur mal wissen.

Im alten Haus haben wir ja schon letztes Jahr mit Genehmigung vom Denkmalschutz mit den Auf- und Ausräumarbeiten begonnen und Stück für Stück die Bausünden aus DDR-Zeiten entfernt. Wir fingen erst einmal damit an, die PVC-Beläge, die sich teilweise in mehreren Lagen über den alten Dielenböden stapelten, rauszureißen. Aber auch die Dielen mussten entfernt werden, um zu sehen, was sich darunter befindet und auch, um die Fundamente begutachten zu können. Die alten Dielen werden natürlich separat gelagert, damit wir sie, wenn möglich, wieder in restauriertem Zustand einbauen können.

und nachher
und nachher

Es ist schon unglaublich, wie die alten Häuser mit einfachsten Mitteln gebaut wurden und dabei so viele
Jahrhunderte überdauert haben. Der Untergrund besteht fast nur aus Sand und die Fundamente liegen auf Steinfindlingen, die inzwischen natürlich an vielen Stellen abgesackt sind. Aber dennoch steht das Haus und ist für sein Alter in einem erstaunlich guten Zustand. Nach heutigen, modernen Erkenntnissen der Statik müsste es eigentlich schon lange eingestürzt sein!

Eingang zum Bad
Eingang zum Bad

Auch die Wände haben wir von den vielen Tapetenschichten befreit und die alten Lehmwände zum Vorschein gebracht. Wir waren erstaunt, nirgendwo auf Feuchtigkeit oder Schimmel zu stoßen. Das liegt hauptsächlich daran, dass durch die Häuser früher überall der Wind durch Ritzen und Spalten pfiff. So konnte Feuchtigkeit, die einmal eindrang, auch wieder austreten und es konnte nichts faulen. Heute werden alle Häuser aus Umwelt- und Energiegründen hermetisch dicht gebaut und durch falsches Lüften entstehen dann in vielen Wohnungen krankmachende Schimmelpilze.

In der Scheune haben wir zunächst die Deckenbretter über der Diele und den Ställen entfernt und das alte Stroh nach draußen gebracht. Das ging natürlich nicht ohne Mundschutz und war eine ganz schöne Drecksarbeit. Danach konnten wir erstmalig alle Balken begutachten, ausmessen und exakte Zeichnungen und Grundrisse erstellen. Das war die Grundlage für die neuen Pläne, die nun beim Bauamt liegen und auf Genehmigung warten.

Selbstverständlich musste für den Denkmalschutz alles sorgfältig fotografiert und dokumentiert werden, damit alle Veränderungen nachvollziehbar bleiben. Eine solche Dokumentation ist aber auch für uns interessant. Denn ist das Haus erst einmal fertig, vergisst man schnell wie es vorher aussah und wieviel Arbeit und Schweiß man hineinstecken musste. Und es ist immer wieder spannend, sich langsam Schicht für Schicht vorzutasten und Altes zu entdecken.

Eingang zur Räucherkammer
Eingang zur Räucherkammer
Das neue Jahr hat begonnen

Es geht wieder los!

Die erste Woche 2012 verlief für uns ruhig und sogar im Briefkasten war keine einzige schlechte Nachricht. Was für ein guter Start! Morgen ist nun endlich der erste Tag auf unserer Baustelle, an der wieder richtig gearbeitet wird. Der Baukran wurde allerdings schon abgebaut, so dass Sturm Ulli und Andrea ihn nicht auf unser neues Haus pusten konnten. Jetzt geht es hoffentlich mit Riesenschritten weiter, damit wir so schnell wie möglich umziehen können.

Die nächsten zwei Wochen werden wir zusammen mit unserem Architekten die fehlenden Unterlagen für den Bauantrag unseres Bauernhauses zusammenstellen und hoffen, dass der Antrag dann bearbeitet werden kann. Eine Bestätigung der von uns gewünschten 4-wöchigen Fristverlängerung haben wir allerdings noch nicht erhalten.

Startschuss!

Foto oben: das sind wir!

Hallo liebe Freunde und Interessierte!

Der Startschuss ist gefallen! Für uns der Grund, diesen Blog zu eröffnen und Euch alle mitzunehmen und an der Entstehung unseres Lebenstraumes teilhaben zu lassen. Kurz vor Jahresende 2011 haben wir unseren Bauantrag für unser denkmalgeschütztes niedersächsisches Hallenhaus aus dem Jahre 1752 auf dem Bauamt eingereicht. Es liegen bereits anstrengende Jahre hinter uns und es war schon bis hierher kein leichter Weg. Aber wir sind immer noch guter Dinge, voller Elan und Enthusiasmus und hoffen einfach, dass unsere Träume und Vorstellungen nun Realität werden.

Wir freuen uns auf das kommende Jahr und hoffen, dass uns viele Menschen begleiten, uns Kommentare, Anregungen und Ideen posten, mit uns hoffen und uns die Daumen drücken.

Für Euch alle daher ein glückliches, erfolgreiches und frohes neues Jahr 2012!

Ahnung hatten wir keine – aber einen Traum!

Als wir vor vielen Jahren unseren Freunden und Verwandten zum ersten Mal von unserer Idee erzählten, aufs Land in ein altes Bauernhaus zu ziehen, hielten uns alle für ein wenig verrückt. Doch für uns war es nicht nur Gerede, wir meinten es ernst.

Meist gibt es ein einschneidendes Erlebnis, wenn man in seinem Leben etwas gravierend ändert. Und nicht anders war es bei uns. Wenn ein Familienmitglied krank wird, dann fragt man sich schon, wie lange man denn noch auf die Umsetzung seines Lebenstraumes warten will. Wir waren schon lange irgendwie unzufrieden mit der Art, wie unser Alltag verlief, ignorierten dieses Gefühl aber viele Jahre. Denn es ging uns doch gut und wir hatten alles, was wir uns wünschten: ein schönes Haus, zwei Autos, schöne Urlaube und Geldsorgen gab es auch keine. Aber in Gesprächen mit Freunden haben wir gemerkt, dass da irgendetwas nicht mehr stimmt, und vielen ging es ähnlich wie uns: wir alle hetzen durchs Leben, von einem Termin zum anderen, sind rund um die Uhr übers Handy zu erreichen und doch ist es schwieriger denn je, sich miteinander zu verabreden. Der Druck im Job wird immer größer und hinzu kommt die Angst, diesen trotz aller Anstrengungen zu verlieren. Ein Teufelskreis hat sich in Gang gesetzt und wir wollten ihn für uns unterbrechen.

Startschuss!

So stand der Entschluss im Sommer 2007 fest, nun endlich Nägel mit Köpfen zu machen und unseren – eigentlich schon vor über 20 Jahren in England entstandenen – Traum von einem ruhigeren Leben auf dem Land, mit Tieren und viel Platz für Familie und Freunde zu verwirklichen. Und wenn nicht jetzt, wann dann!