Erneut Großbaustelle in Besandten

Foto oben: unsere Laufenten on Tour

Es herrscht wieder Chaos

Da ist sie nun also, die dunkle Jahreszeit. Kaum lasse ich unsere Laufenten aus dem Stall, kann ich sie schon wieder zurückbringen. Denn sie mögen die Dunkelheit gar nicht und beschweren sich lautstark, wenn ich zu spät dran bin. Da bin ich manchmal ganz schön im Stress.

Großbaustelle in Besandten
Großbaustelle in Besandten

Leider hat sich unser Grundstück mal wieder in eine Großbaustelle verwandelt. Auf der vorderen Warft haben wir nämlich mit dem Ausschachten der Fundamente für unseren Stall begonnen. Selbstverständlich ließ sich der Denkmalschutz diese Gelegenheit nicht entgehen, war bei den Baggerarbeiten zugegen und hat den Aufbau der Warft studiert. Dafür sind wir aber nun komplett mit dieser Behörde durch, wir haben auch alle Papiere eingereicht und unsere Denkmalschutzbescheinigung inzwischen tatsächlich erhalten. Juchhuuu!

Baustelle im Landhaus in der Wische
Baustelle im Landhaus in der Wische

Und als ob der viele Matsch im Garten noch nicht genug wäre, steht vor unserem Giebel mal wieder ein Gerüst. Denn wir müssen unsere Fenster mit Holzleisten abdichten und eine Leiter reicht dafür leider nicht. Aber ich hoffe doch, dass es bis zur Adventszeit wieder abgebaut werden kann. Weihnachtsstimmung kommt so jedenfalls nicht wirklich auf.

Weihnachtsbeleuchtung im Garten
Weihnachtsbeleuchtung im Garten

Apropos: dieses Jahr habe ich mir ganz besondere Mühe mit der Weihnachtsdeco und vor allem mit den Lichterketten im Garten gegeben. Das ist aber erst der Anfang, nach dem 1. Advent gibt`s Fotos von der kompletten Beleuchtung!

Waschtisch im Vintage-Look aus zwei alten Nachtschränkchen
Waschtisch im Vintage-Look aus zwei alten Nachtschränkchen

Und drinnen? Tja, da geht`s wegen Krankheit erst einmal etwas langsamer vorwärts. Ich werde im Zimmer „Deichkieker“ wohl erst nach dem 1. Advent mit dem Einrichten beginnen können. Aber der Waschtisch, den wir aus zwei alten Nachtschränkchen gebaut haben, ist supertoll geworden. Noch ist er nicht ganz fertig, denn erst der Vorhang in der Mitte gibt ihm dann das alte Flair. Aber ich wollte ihn Euch deswegen nicht vorenthalten.

… ach ja, und ab sofort findet ihr mich auch auf Instagram unter landhaus.in.der.wische

Erneut Großbaustelle in Besandten
Nun haben auch wir wieder den Durchblick

UND FREUEN UNS AUF DEN FRÜHLING!

Traraaaa – die ersten Fenster sind eingebaut!

Vergessen meine Ungeduld und die Enttäuschung, dass der Einbau im Januar wegen des kalten Wetters nicht geklappt hat. Nun steht der Frühling vor der Tür, die Tage sind schon wieder spürbar länger und ich platze vor Tatendrang.

Allerdings gibt es doch schon wieder einen Wermutstropfen – wie könnte es auch anders sein. Denn inzwischen ist klar, dass der erhoffte Eröffnungstermin im Mai unmöglich zu schaffen sein wird. Es ist einfach noch zu viel zu tun ….

Nun haben auch wir wieder den Durchblick

Dafür waren wir letzten Freitag in Hamburg auf der InterNorga um uns über Kaffeemaschinen und sonstige Küchengeräte zu informieren.
Und ich muss sagen, so eine Gastronomiemesse ist eine leckere Sache. Überall darf man probieren, mmmh!! Dieser Tag war absolut informativ und hat auf jeden Fall Spaß gemacht.

Nun haben auch wir wieder den Durchblick

Zu Hause war ich dann wieder mit meiner „Lieblingsaufgabe“ beschäftigt – dem Einsammeln und Verbrennen der Eichenblätter. Eine Sysiphusarbeit – aber immerhin hält sie fit! Und irgendwie macht es ja auch Spaß, denn Krokusse und Schneeglöckchen blühen und die Sträucher bekommen die ersten Knospen. Es ist einfach jedes Jahr aufs Neue schön ….

Übrigens legen unsere Laufentendamen seit einigen Wochen fleißig Eier – das waren die ersten drei Exemplare!
Die beiden Mädels scheinen sich inzwischen allerdings einen Spaß daraus zu machen und verstecken die Eier manchmal auch im Garten – mal unter einem Strauch, mal zwischen den Fahrrädern, mal entdecke ich ein Ei beim Ausschütten des Planschbeckens – und einige finde ich gar nicht. Fast wie Ostern!

Nun haben auch wir wieder den Durchblick

Ach ja – und sie werden immer frecher. Es ist ja lustig, wenn sie ihren Mittagsschlaf direkt vor unserer Terrassentür verbringen. Die Spuren, die sie dabei allerdings hinterlassen, sind nicht so berauschend. Da müssen wir uns wohl oder übel etwas überlegen!

Ein Fussboden aus Mondholz

Das ist so romantisch !!!

Erst einmal vorweg – unser Mondholz stammt natürlich von der Erde, und zwar aus der Region Eldenburg bei Lenzen. Die Bäume gehörten dem Grafen Adolf von Wangenheim, der Rittergutsbesitzer und Mitglied des Deutschen Reichstages war. Er starb 1936 in Eldenburg, die Erben leben schon lange nicht mehr hier.

Ein Fussboden aus Mondholz

In diesem Waldstück, dass Priemer genannt wird, ist der Boden extrem karg, so dass die Bäume dort nur sehr langsam wachsen. Daher ist ihr Holz härter und dichter als gewöhnlich. Die Fichten sind zwischen 120-140 Jahre alt und wurden für uns bei Mondschein geschlagen. Das gefällt mir so gut, dass ich es Euch einfach erzählen muss.

Bei Wikipedia könnt Ihr dazu nachlesen, dass dem Mondholz besondere Qualitäten hinsichtlich seiner Stabilität, Haltbarkeit, Feuerbeständigkeit, Härte und Widerstandsfähigkeit gegen Schädlinge nachgesagt wird. Es wird von Kaminen in alten Bauernhäusern berichtet, die innen mit Mondholz ausgekleidet seien. Das Holz verkohle nur an der Oberfläche, brenne aber nicht. Die Bäume müssen jedoch im Winter um Weihnachten herum bei abnehmendem Mond kurz vor Neumond geschlagen werden. Allerdings gibt es regional auch abweichende Fälltermine – zu kleinlich muss man ja auch nicht sein.

Ein Fussboden aus Mondholz

Wissenschaftlich konnte natürlich zwischen Bäumen, die am Tage und Bäumen, die bei Mondschein geschlagen wurden, kein Unterschied nachgewiesen werden – obwohl an der Schweizerischen Hochschule für Forstwirtschaft daran geforscht wird. Trotzdem ist diese Geschichte im Volksglauben verankert und – wie ich finde – eine wirklich romantische Vorstellung. Und sogar für die Orgel in der Elbphilharmonie in Hamburg soll Mondholz verwendet worden sein.
Na dann ….

Ach ja, das muss nun ja auch einmal erwähnt werden. Dass wir an dieses Holz kamen, haben wir ganz alleine unserem „Baustoffhändler unseres Vertrauens“ zu verdanken. Für alle großen und kleinen Probleme kennt er eine Lösung. Und sollte er doch einmal ratlos sein, dann kennt er jemanden, der helfen kann. Dafür gibt`s dann bei jedem Besuch mindestens eine Tasse Kaffee …. und immer viel zu lachen. Wie schön, dass es solche Menschen gibt.

Ein Fussboden aus Mondholz
Alles braucht seine Zeit …

… besonders im Garten!

Dieser Frühling hatte es wieder in sich! Große Teile unserer Wiese haben wir mit Mutterboden aufgefüllt und so sah es lange Zeit mal wieder nach Großbaustelle aus. Doch endlich sind alle Terrassen und Mauern fertig, Erdbewegungen gehören der Vergangenheit an und ich habe rund um das alte

Alles braucht seine Zeit ...

Haus fleißig gepflanzt. Voilà – und das Ergebnis kann sich sehen lassen! Langsam aber sicher nimmt alles Gestalt an, auch wenn es noch einige Jahre dauern wird, bis alle Sträucher wirklich groß und dicht sind. Da heißt es eben: GEDULD

Alles braucht seine Zeit ...

Um einige Wochen verspätet, aber nun doch fertig, freue ich mich riesig über die neue Backsteinmauer, die die Café-Terrasse eingrenzt. Natürlich wirkt es ohne Pflanzen und Wiese noch nicht so richtig, aber ich verspreche Euch, in vier Wochen sieht es schon anders aus.

Das i-Tüpfelchen war vor Pfingsten allerdings, dass unser „denkmalgeschütztes“ Vogelhaus nun auch seinen Platz in unserem Garten gefunden hat. Das kleine Fachwerkhaus hat mein Mann aus Reststücken unseres Bauernhauses gebaut – es ist also wohl das älteste Vogelhaus hier in der Lenzerwische! Unsere gefiederten Freunde werden das im nächsten Winter sicher zu schätzen wissen.

Aber nun soll natürlich erst einmal der Sommer kommen. Ich freue mich auf viel Besuch und darauf, dass sich alle hier wohl fühlen.

Alles braucht seine Zeit ...

Es ist geschafft! Ich freue mich jedesmal, wenn ich im arbeitsreichen Alltag endlich einmal Zeit und Muße dafür finde, eine Idee, die mir schon lange im Kopf herumgespukt ist, in die Tat umzusetzen. Und wenn sich das Ergebnis dann noch sehen lassen kann, geht es mir besonders gut.

So war es mit den alten Bilderrahmen, die ich bei einem Flohmarktbummel ergattert hatte. Seit ewigen Zeiten standen sie nun in der Werkstatt und machten mir ein schlechtes Gewissen, weil ich mich immer noch nicht um sie gekümmert habe. So raffte ich mich letztes Wochenende entschlossen dazu auf und nahm das Projekt in Angriff. Das Wetter war auf meiner Seite – es regnete in Strömen. Perfekt!

Ich fing also an zu Schleifen, zu Malen und wieder zu Schleifen. Nach zwei neuen Farbschichten war ich zufrieden und dann bearbeitete ich noch die Kanten, um die Rahmen so richtig alt aussehen zu lassen. Zum Abschluss noch eine Wachsschicht und ich war zufrieden.

Sonntags kam dann der schöne Part – ich suchte mir Motive, schnitt sie zurecht, kramte nach alten Postkarten und Fotos und arrangierte alles so lange, bis es mir gefiel. Noch ein paar Kleinigkeiten hier und da – fertig!

Nach diesem Dekorationsakt saß ich abends ganz glücklich auf meiner Couch und lächelte meine Collage verliebt an. Es ist doch wirlich ein tolles Gefühl, wieder etwas Schönes für sein Zuhause geschaffen zu haben.

Der Staat hat sich wieder was ausgedacht

Foto oben: Wir verstehen nur Bahnhof …

Kennt Ihr das Künstlersozialversicherungsgesetz?

Sicherlich glaubt Ihr nun, dass Euch das nicht interessieren muss, da Ihr keine Künstler seid. Weit gefehlt!

Denn Anfang Januar bekamen wir ein Schreiben von der Deutschen Rentenversicherung mit der Aufforderung, einen fünfseitigen Fragebogen ausgefüllt zurückzusenden, da wir zu Auskünften gemäß § 29 KSVG verpflichtet seien. Wir haben wahrscheinlich ähnlich dumm aus der Wäsche geguckt wie die beiden hier.

In dem Schreiben haben wir also erfahren, dass die Rentenversicherung seit Juni 2007 die gesetzliche Aufgabe hat, bei Arbeitgebern die Verpflichtung zur Zahlung der Künstlersozialabgabe zu prüfen. Nicht, dass mein Mann oder ich Künstler wären. Wir haben nur durch den Umbau unseres alten Hauses ein Gewerbe zur Vermietung von Ferienzimmern angemeldet. Und es ist nun wohl so, dass wir eben rückwirkend für fünf Jahre angeben sollen, ob wir zu irgendwelchen Werbezwecken Dienste eines Webdesigners, Fotografen, externen Designers, Grafikers oder Layouters in Anspruch genommen haben. Wir sind daher verpflichtet, alle Rechnungen in dem festgesetzten Zeitraum diesbezüglich aufzulisten, um – ich zitiere – „Ihnen und uns die Prüfung der Abgabepflicht zu erleichtern“.

Wie kann es aber sein, dass dieses Gesetz seit 2007 existiert und der Rentenkasse erst im Januar 2015 einfällt, diese Sozialabgabe einzufordern? Und dann hat sie das Recht, die letzten 5 Jahre rückwirkend zu verlangen? Das würde sich keine Privatfirma trauen, noch könnte sie das vor Gericht durchsetzen. Dass nun auf viele Betriebe unter Umständen hohe Nachzahlungen zukommen, die sie in ihrer Kalkulation nicht berücksichtigen konnten, ist der Rentenkasse bzw. dem Staat völlig egal. Staatliche Institutionen können willkürlich entscheiden und schalten und walten wie sie wollen. Aberwitzig ist auch, dass nicht die Künstler selbst diese 5,2 % von ihren Einnahmen abführen, sondern die Auftraggeber dazu verpflichtet sind. Wie schräg ist das denn? Das wäre ja so, als wenn ich mir in einer Boutique eine Bluse kaufe und diese Boutique für mich nun eine extra Rentenpauschale zahlen muss. Irre!

Da wir uns aber Gott sei Dank noch in der Bauphase befinden und bisher keine Werbung gemacht haben, gibt es hoffentlich auch nichts zu zahlen. Es sei denn, die Rentenversicherung ärgert sich darüber und fordert vielleicht vorbeugend schon einmal einen Fantasiebetrag ein – falls wir eventuell ja doch mal Werbung machen sollten. Nun sind wir für die Zukunft aber wenigstens vorgewarnt und werden unsere Werbung mit Sicherheit selbst in die Hand nehmen.

Es wird wirklich immer schwerer, ein einfaches, ruhiges und selbstbestimmtes Leben zu führen. Mit unserer Zimmervermietung werden wir bestimmt nicht reich, und schon gar nicht, wenn der Staat sich immer wieder neue Steuern und Abgaben einfallen lässt – und das noch rückwirkend. Wen wundert da noch der Frust vieler Menschen?

Katze müsste man sein!
Katze müsste man sein!

Insgesamt trage ich es mit Fassung und warte auf die nächste Überraschung.

Eure

Christiane

Ganz schön viel ist schon passiert

und doch gibt es noch viel zu tun!

Schaut Euch mal an, wie unser Altbau noch vor einem Jahr aussah

und was sich in 12 Monaten alles verändert hat – Wahnsinn!

Ganz schön viel ist schon passiert

Und trotzdem bin ich oft voller Ungeduld und möchte am liebsten, dass alles schon fertig wäre. Immer stelle ich mir vor, wie es wohl in ein paar Jahren hier aussehen wird. Dabei ist doch gerade der Weg dorthin das Spannende und Aufregende. Warum schaffe ich es also trotzdem oft nicht, einfach nur im Jetzt zu leben?

Ein Grund dafür ist sicherlich, dass wir eben immer noch zu sehr im beruflichen Alltag verwurzelt sind, wir so viele verschiedene Dinge gleichzeitig erledigen müssen. Aber wir arbeiten daran, dass es einfacher wird und sind dabei, viele Knoten zu entwirren. Das ist eben nicht immer so einfach und braucht auch seine Zeit. Und schon sind wir wieder beim Thema ….

Ganz schön viel ist schon passiert

Heute habe ich mir nämlich die Zeit genommen und bin mit Amy spazieren gegangen. Die Elbe hat ihr Winterhochwasser, nicht bedrohlich, nur die Wiesen sind überflutet. Und obwohl alles nur grau in grau ist, hatte es eine ganz eigene, fast mystische Stimmung.

Ganz schön viel ist schon passiert

Ja, auch ich habe das Gefühl, die Jahre würden immer kürzer , selbst hier auf dem Land. Da nützt es auch wenig, dass der Januar der Monat der Ruhe ist und die Natur im Winterschlaf liegt. Die Tage sind so kurz, dass – wenn überhaupt – sich nur um die Mittagszeit mal Spaziergänger auf den Deich verirren – und Touristen gibt es schon gar nicht. Aber genau das ist auch einer der Gründe, warum wir uns in diese Gegend verliebt haben. Im Herbst und Winter die Einsamkeit, ohne alleine zu sein und im Frühjahr und Sommer die vielen Begegnungen mit Nachbarn und Urlaubern auf dem Deich und hoffentlich auch irgendwann in unserem Café und Bed & Breakfast.

Ganz schön viel ist schon passiert

Auf ein unvergessliches und spannendes Jahr 2015!

Eure Christiane

Nun ist unsere erste Amtshandlung im neuen Jahr die Einholung der vom Denkmalschutzamt geforderten Befunduntersuchungen zur Farbgebung der angegebenen Fenster, Wände und des Tores.

Nach dem Erhalt der Baugenehmigung hegten wir erneut die Hoffnung, dass wir bei einem persönlichen Gespräch dieses Gutachten evtl. abwenden könnten. Die Leiterin der unteren Denkmalschutzbehörde hörte sich unsere Stellungnahme an, zeigte sich sehr verständig und versicherte uns, nochmals alles prüfen zu lassen um unnötige Kosten zu vermeiden.

Schon zwei Tage später erhielten wir dann von unserer Sachbearbeiterin ein Schreiben, in dem stand, sie habe nochmals eingehend alle ihr vorliegenden Unterlagen geprüft und teilt uns hiermit die Konkretisierung zur erteilten Baugenehmigung mit. Dann folgt exakt die Formulierung aus der Baugenehmigung aus Punkt 2.1, die ich Euch diesmal ersparen möchte. (Siehe mein Post vom …. zur Baugenehmigung)

Man kommt sich auf Deutsch gesagt ziemlich vera…. vor und es drängt sich einem der Gedanke auf, dass die Sachbearbeiterin wahrscheinlich darüber verärgert war, dass wir nicht mit ihr, sondern mit ihrer Vorgesetzten gesprochen haben. Wobei ich trotzdem davon ausgehe, dass es uns auch nichts genützt hätte, wenn wir es andersherum versucht hätten.

Jedenfalls ließen wir dann auf dem Amt nachfragen, wer denn ein solches Gutachten erstellen könnte und man gab uns drei Adressen. Von diesen drei Adressen existierten zwei schon nicht mehr, was uns irgendwie sonderbar vorkam. Anscheinend erteilt die untere Denkmalschutzbehörde solche Auflagen nicht so oft, da sie ungültige Adressen weitergibt. Das hinterlässt bei uns erneut einen bitteren Beigeschmack und das Gefühl, alles mögliche und unmögliche an Auflagen aufgedrückt zu bekommen, was nur irgendwie denkbar ist. Ganz davon zu schweigen, mit welcher Ignoranz und Arroganz Kosten verursacht werden, die wir bezahlen müssen.

Mein Mann hat fast einen ganzen Tag mit Recherchen im Internet und Telefonaten zugebracht, bis wir endlich einen Restaurator fanden, der bereit war, innerhalb von ein paar Tagen vorbeizukommen. Dieser Mann war sehr nett und war der Meinung, dass das geforderte Gutachten absolut unsinnig sei. Denn Wände, Tor und Fenster seien nachweislich aus unterschiedlichen Zeiten, so dass sich daraus im Grunde kein historisch fundiertes Farbkonzept ergibt.

Vergangenheit trifft auf Gegenwart

Foto oben: Anno 2008

Der Nordgiebel erstrahlt in altem Glanz!

Wieder ist ein Meilenstein geschafft. Das alte Fachwerk des Nordgiebels ist ausgebessert, gesäubert und die Gefache mit den alten Ziegelsteinen wieder neu ausgemauert. Auch die beiden oberen Reihen wurden neu mit Lehmputz ausgebessert. Und ich finde, das Ergebnis kann sich sehen lassen!

Juni 2014
Juni 2014

Spannend war die Entzifferung des alten Balkenspruches über der Toreinfahrt zur Tenne. Vorsichtig haben wir mit Kreide die alten Buchstaben nachzuzeichnen versucht – und alles konnten wir noch nicht rekonstruieren. Unser Balkenspruch beginnt eindeutig mit der ersten Zeile eines Kirchenliedes aus dem 16. Jhd.

„WER GOTT VERTRAUT HAT WOL GEBAUT“

Danach wird alles sehr undeutlich und nur einzelne Buchstaben sind zu erkennen. In meinen Internetrecherchen habe ich entdeckt, dass unser Balkenspruch weit verbreitet war und oft folgte die zweite Zeile: IM HIMMEL UND AUF ERDEN.

Zu erkennen sind bei uns eindeutig „MEL UND AUF ER“, daher vermute ich, dass der Spruch auch bei uns so weiterging. Vielleicht findet sich aber noch jemand, der mir weiterhelfen kann.

Ganz eindeutig ist dann wieder der Name des Ehemannes zu erkennen:

CHRISTOFFER HINRICH WARNCKE

Bei dem Namen der Ehefrau mussten wir teilweise wieder raten, aber diesen können wir vielleicht noch in alten Kirchenbüchern finden.
Als Datum ist der 9. OCTOBERUS ANNO 1752 angegeben – wirklich verdammt lange her!

Rätsel gibt uns auch dieses Symbol auf, das sich zwischen den Namen der Eheleute befindet. Auch hier hoffe ich, dass ich jemanden finde, der mir dazu etwas sagen kann. Solche Ornamente sollten das Haus und seine Bewohner schützen und viele Zimmerleute kannten die alten Bedeutungen noch bis ins 20. Jhd. hinein. Teilweise stammen diese Symbole noch aus vorchristlicher Zeit und gehen auf alte Runen zurück.

Vergangenheit trifft auf Gegenwart

Vielleicht ist es aber auch gar nicht so kompliziert, denn mit etwas Fantasie könnte es auch ein Baum oder Blumen sein, die aus der Erde wachsen. Wer weiß?

Altes Haus mit neuem Gesicht

Das Alte ehren, das Neue hören,

das Gute mehren, das Schlechte abwehren!

Das ist nun unser Balkenspruch und ich finde, er passt zu uns und dem Haus.

Denn aus dem hässlichen Entlein

ist ein junger Schwan geworden !

Altes Haus mit neuem Gesicht

Und doch ist es ein Anblick, an den wir uns erst gwöhnen müssen. So eine Verjüngungskur verändert den Charakter des Hauses ganz schön und auch die Erdarbeiten tragen nicht gerade dazu bei, das Haus in die Landschaft zu integrieren. Da leider keine Fotos vor DDR-Zeiten existieren, haben sich die Zimmerleute an ähnlichen Fachwerkhäusern orientiert.

Zu unserem großen Erstaunen wollte der Denkmalschutz ja ursprünglich, dass wir den Backsteingiebel erhalten sollten. Aber dann war er doch so baufällig, dass beim Bau der Fundamente Risse entstanden und Teile einbrachen, so dass uns vom Amt dann vor Ort das Fachwerk genehmigt wurde.

Und voilà – dieses Facelifting kann sich doch sehen lassen!