Frühlingsgefühle auf der Baustelle

Kleine Bauernhaus-Verhüllung

Ich finde, dieses Foto erinnert sehr an die Reichstagsverhüllung 1995 in Berlin. Aber wir haben das an nur einem Tag geschafft und ohne jahrelange Vorplanung.Wahrscheinlich bleibt unser „Kunstobjekt“ noch bis in den Mai hinein verhüllt – wer weiß, vielleicht werden wir ja noch berühmt.

Und so sah es noch Ende Januar auf der Baustelle aus. Irgendwie wurde es zum Dejà-vu, denn es ist exakt zwei Jahre her, dass wir ebenfalls bei Schnee und eisiger Kälte Ende Januar das Dach auf unserem neuen Haus gedeckt hatten.

Frühlingsgefühle auf der Baustelle

Immerhin konnte man sich dieses Mal am Lagerfeuer etwas aufwärmen – Glühwein gab es aus Sicherheitsgründen aber keinen, nur heißen Kaffee.

Und so sieht unser Bauernhaus nun heute aus. Das Dach mit einer Gaube auf jeder Seite ist toll geworden. Die Verwandlung vom Aschenputtel zur Prinzessin hat begonnen.

Frühlingsgefühle auf der Baustelle

Die Gästezimmer in der ersten Etage werden eine traumhafte Aussicht über die Elbe haben. Und das gibt es in der Lenzerwische so sonst nirgends!

Auch ist das Wetter dieses Jahr wunderschön und bei 15°C in der Mittagssonne haben wir uns vom Winter verabschiedet und träumen vom Frühling!

… wird es sehr kompliziert!

Nun gut, es gab da ja noch die ILE. Die Gelder für diese Fördermaßnahme verteilt die EU und will damit speziell ländliche Gebiete fördern, in denen es keine Industrie und sonstigen Arbeitsplätze gibt. Wir ließen uns also von der ILE mehrmals, in größeren Abständen beraten bis wir uns schließlich tatsächlich entschlossen, diese Förderung in Anspruch zu nehmen.

Und da fingen die Probleme an. Denn die Zimmervermietung sollte immer mein Geschäft werden, wobei im Kaufvertrag mein Mann als Eigentümer angegeben ist. Außerdem wird er alle Baumaßnahmen auch bezahlen. Das ist in den Formularen aber so nicht vorgesehen. Mein Mann hat ein Geschäft und möchte keine Zimmervermietung machen – das will ja ich. Die ILE sagt nun, dass wir Fördergelder nur dann bekämen, wenn mein Mann offiziell den Antrag stellt und ich dann eben nur angestellt werde. Das war eigentlich nicht das, was wir wollten, aber es gab keinen anderen Weg.

Bedenkzeit hatten wir zum Schluss keine mehr, denn obwohl im Formular selber als Abgabetermin der 15. Januar 2012 angegeben war (und auch im Internet), war Abgabeschluss inoffiziell bereits der 10. Oktober 2011. Das hatten wir eigentlich auch nur zufällig erfahren und fielen damals wirklich aus allen Wolken. Nachdem unser Antrag von der zuständigen Sachbearbeiterin bearbeitet war, kamen die dersten Nachforderungen. Seltsamerweise war die Dame mit der Anordnung der Giebelfenster nicht einverstanden und wollte zusätzlich schon genau wissen, wie die Profilierung der Fenster sein würde. Dies wollte noch nicht einmal der Denkmalschutz, denn das sind Dinge, die sich während der Bauphase entscheiden und vom Denkmalschutz Zug um Zug genehmigt werden. Wir hatten in diesem Stadium ja noch nicht einmal einen Fensterbauer. Wir kontaktieren dann diese Dame und stellten fest, dass sie sich wohl übergangen fühlte und uns tadelte, dass wir nicht vor Einreichung des Antrages mit ihr Kontakt aufgenommen hätten um diese Details zu besprechen. Aber wir hatten ja eine Ansprechpartnerin und die hatte uns nie an jemand anderen verwiesen.

Wir machten also einen Termin und fuhren gemeinsam mit unserem Architekten zur ILE nach Neuruppin.

Denkmalschutz als Wirtschafsbremse

Wie Ihr inzwischen wißt, sind wir in die dünnbesiedelste Gegend Deutschlands gezogen. Die Menschen arbeiten hier imTourismus, in der Landwirtschaft und in kleinen Handwerksbetrieben. Viele Häuser stehen leer und die Jugendlichen ziehen weg, weil es hier keine Arbeit gibt.

Nachdem wir unser altes Bauernhaus 2008 gekauft haben und an die Planung gingen, mussten wir uns wie jeder andere auch Gedanken über die Finanzierung machen. Hilfe versprachen Wirtschaftsförderungen, die mit staatlicher Hilfe unter bestimmten Voraussetzungen Zuschüsse geben.

Die Wirtschaftsförderung in Perleberg ermutigte uns dazu, das Bauernhaus als kleines Landhotel umzubauen. Ab 12 Zimmern und der Schaffung von Arbeitsplätzen sagten sie uns Zuschüsse in Höhe von ????? zu. Zusammen mit unserem Architekten erarbeiteten wir also einen ersten Plan, um damit Vorgespräche mit dem Denkmalschutz zu führen.

Dort

Da hatten wir aber die Rechnung ohne den Denkmalschutz gemacht. Denn die strichen uns schon einmal von vorneherein 5 Zimmer und erlaubten uns den Ausbau des Dachstuhls über der Tenne nicht. Was an sich schon seltsam ist, denn wir hätten in einer sehr ländlichen Gegend weitere Arbeitsplätze geschafft und die Lenzerwische einmal mehr für Touristen interessant gemacht.

Ende und Neuanfang

Im Rythmus der Jahreszeiten

! 2 0 1 4 !

Geht es Euch auch so? Ich brauche immer einige Tage, um mich an die neue Jahreszahl zu gewöhnen und regelmäßig verschreibe ich mich beim Datum. Und doch verfliegt die Zeit so schnell und der erste Monat des neuen Jahres ist schon fast wieder vorbei.

Den Januar mochte ich von allen Monaten des Jahres immer am wenigsten. Er ist lang, kalt, dunkel, die Freude und Aufregung über Weihnachten und Silvester sind vorbei und der Frühling ist noch sooo weit entfernt. Aber seit wir auf dem Land leben, lerne ich langsam wieder, mich auf den Zyklus der Natur einzulassen und sehe diese „erzwungene Ruhe“ positiv.

Ein ruhiger, stressfreier Jahresanfang tut gut und gibt mir Zeit, mich nicht nur in Gedanken auf das neue Jahr vorzubereiten. Zu wissen, wo man hin will, hilft, sich nicht zu verzetteln und das Wesentliche im Auge zu behalten. Und deshlab genieße ich diese Tage „vor dem Sturm“, tanke neue Kraft und bin neugierig auf das, was das neue Jahr bringen wird.

Dieser Jahresanfang war in ganz Deutschland recht mild und auch, wenn es manchmal nachts Minustemperaturen gab, konnte man das nicht wirklich als Winter bezeichnen. Die meisten Menschen freuen sich darüber, aber ich liebe glitzernde, schneebedeckte Landschaften – besonders bei strahlend blauem Himmel – und war daher glücklich über die wenigen Flocken, die bei uns dann doch noch vom Himmel fielen. Unsere Großbaustelle sieht nun gleich viel ordentlicher und heller aus und der Matsch hört auf, weil die Erde gefroren ist. Und ich bekomme Lust auf eine Schneeballschlacht, Schlittenfahren, Eisstockschießen oder einen Schneemann zu bauen – so wie im letzten März. Doch dafür reicht das bißchen Schnee leider nicht und so muss ich mich mit meinem Holzschneemann begnügen. Der ist aber doch auch toll, oder?

Die Arbeiter und Zimmerleute freuen sich natürlich nicht über die eisigen Temperaturen, die inzwischen hier im Norden herrschen. Tapfer haben alle trotzdem jeden Tag auf dem Dach und draußen gearbeitet. Als kleinen Dank gabs heißen Kaffee und einen warmen Pausenraum – immerhin.

Ende und Neuanfang

So sah unser altes Bauernhaus also letzte Woche aus. Eingepackt in Folie und Gerüsten war es so häßlich wie noch nie. Aber seht selbst, was ein bißchen Schnee bewirken kann. Alles Dunkle und Düstere ist verschwunden und nun dauert es auch nicht mehr lange, bis das Dach gedeckt ist. Und dann verschwinden immerhin die Seitengerüste !!!!

Ende und Neuanfang

So wünsche ich Euch allen noch einmal ein glückliches, zufriedenes, ideen- und erfolgreiches Jahr, in dem viel Zeit für ein Miteinander mit Familie und Freunden bleibt – und ganz viel Grund zu lachen.

Bis bald

Eure Christiane

Wie Ihr wisst, erhielten wir 2012 ja noch unsere Baugenehmigung für das alte Haus, allerdings erneut mit Einschränkungen von Seiten des Denkmalschutzes.
All unsere persönlichen Gespräche haben nichts genutzt und im Prinzip hätten wir uns alles sparen können. Am besten wäre es gewesen, unsere erste Planung als Bauantrag einzureichen. Dann wären wir zwar genauso weit wie jetzt, hätten aber einige Tausend Euro an Architektenkosten wegen der vielen Änderungszeichnungen gespart.

Hier also noch die letzten Ablehnungen, die uns mündlich natürlich nie so deutlich mitgeteilt wurden. Die Dachgaubenbreite wurde erneut verringert und darf aus historischen Gründen den Wohnteil nicht überschreiten.

„Dem Aufbau einer Dachgaube je Traufseite des Daches wird in der Breite des Wohnteils zugestimmt. Die geplante Gaube ist somit um ein Fensterfeld zu kürzen. Eine Belichtung des Bodens über Gaubenfenster wird damit ausgeschlossen.“

Wie schön wäre es gewesen, wenn Licht- und Sonnenstrahlen unsere Tenne von oben beleuchtet hätten. Auch die Proportionen hätten gepaßt und außer dem Denkmalschutz interessiert es sowieso niemanden, was historisch ist und was nicht. Zumal an unserem Haus über die Jahrhunderte und speziell zu DDR-Zeiten so viel verändert wurde, dass das meiste ja sowieso schon nicht mehr Original ist. Und überall findet man Beispiele, in denen Denkmalschützer offen für Neues und Modernes waren. Nicht so in Brandenburg! Obwohl auch hier am Deich entlang alle möglichen Dachgauben, in allen Größen und Formen auf niedersächsischen Hallenhäusern zu finden sind. Warum wir das dann nicht dürfen, verstehe ich nicht und kann es auch nicht akzeptieren.

Unsinnigerweise erlaubten sie uns dann folgendes:

“ Es besteht die Möglichkeit der Belichtung über den Einbau von Glasziegeln in den Dachflächen des Bodenraumes.“

Das das Dach isoliert wird, haben sie dabei wohl übersehen. Mal ganz davon abgesehen, dass sich auch über Geschmack streiten lässt. Und historisch ist das auch nicht.

Desweiteren wurden zusätzliche Öffnungen im Nordgiebel

„aus denkmalrechtlicher Sicht abgelehnt und daher „ist die erforderliche Belichtung entspr. § 40 Abs 2 BbgBO im Apartment 1 nicht mehr gegeben.“

Die Belichtung soll nur von der Westseite her erfolgen – d.h., wieder neue Zeichnungen, die zur Prüfung vorzulegen sind. (Es ist ja nicht so, dass sie unsere Pläne vorher schon einmal gesehen hätten!)

Die Krönung war dann aber die Maßgabe, dass

„vor Baubeginn Befunduntersuchungen zur Farbfassung und Befundlagen der Oberflächen durch einen Restaurator vorzunehmen sind. Für die Außenhülle betrifft dies die historischen(?) Fenster, das Tor, Gefache und das Holzfachwerk. Im Inneren des Gebäudes sind Untersuchungen stichprobenartig an Innenwänden und der Kaminanlage durchzuführen. Schlussfolgernd daraus ist ein materielles und farbliches Gesamtkonzept für das Gebäude bei der unteren Denkmalschutzbehörde zur Abstimmung einzureichen.“

Als wir das lasen, fühlten wir uns einfach nur ausgenommen wie eine Weihnachtsgans. Der Denkmalschutz war mehrmals in unserem Haus, kennt das Gebäude und die Gegebenheiten. Die alten, kaputten Holz-Stallfenster und die Plastikfenster aus DDR-Zeiten im Giebel müssen sie doch gesehen haben? Man sollte doch annehmen, dass gerade die Leute vom Denkmalamt Fachleute sind. Warum erstellen sie dann kein Farbkonzept für uns; das würde ich nämlich unter Zusammenarbeit verstehen. Aber hier werden wieder sinnlos und erneut Kosten verursacht und Gutachten erstellt, die dann abgeheftet werden und keinen Menschen interessieren.

Selbstverständlich gibt es noch eine Menge anderer Einschränkungen, alles muss fotografisch dokumentiert, abgestmmt und dem Denkmalschutz später übergeben werden. Auch müssen wir, sollten wir bei den Fundamentarbeiten auf Scherben, Knochen, Metallgegenstände etc. treffen, diese unverzüglich anzeigen.

„Die Fundstätte und die Funde sind nach § 11 Abs 3 BbgDschG bis zum Ablauf von einer Woche in unverändertem Zustand zu erhalten. Innerhalb dieser Zeitspanne erfolgt so schnell als möglich eine Begutachtung durch das Fachpersonal der Denkmalbehörden.“

Sicherlich erinnert Ihr Euch noch an die Archäologie-Geschichte. Das Fachpersonal bestand damals aus Archäologen, die wir bezahlen mussten, von den Kosten der Bauverzögerung ganz zu schweigen.

Da wir gerade von Geld sprechen. Auch wenn wir mit der Baugenehmigung nicht einverstanden gewesen wären und Widerspruch eingereicht hätten, hätten wir die Gebühren bezahlen müssen.

„Auch im Falle eines Widerspruchs sind die Gebühren nach §80 Abs. 2 Nr.1 VwGO zu zahlen.“

Und wenn wir dann nicht gebaut hätten, wären 4000,– € einfach weg gewesen. Komisch, oder?

Immer zum Nachteil des Bürgers

Sicher kann in diesem von Bürokraten regierten Deutschland keiner sein – und erst recht nicht in Brandenburg.

Wir sind mal wieder um eine Erfahrung reicher. Nach Brandenburgischer Bauordnung gemäß §76 Abs.3 braucht man noch (in den meisten anderen Bundesländern ist dies schon lange abgeschafft) vor Einzug in ein neues Haus die Nutzungsfreigabe durch das Bauamt. Das Bauamt kontrolliert also, ob das Haus lt. Baugenehmigung gebaut wurde und allen Sicherheitsvorschriften entspricht, z.B. Treppengeländer, Absturzsicherungen an Balkon etc. Obwohl dies bei uns der Fall ist, wurde uns trotzdem nur eine Teil-Fertigstellung und Nutzung unseres Wohnhauses genehmigt. Selbstverständlich nach Aktenlage, die Kosten belaufen sich daher „nur“ auf 148,– €.

Schuld daran ist der Denkmalschutz. Denn die Außenverkleidung konnte wetterbedingt im letzten Jahr nicht mehr fertiggestellt werden. Und bis April wird dies wohl auch so bleiben. Die Denkmalschutzbehörde erteilt die Genehmigung aber nur, wenn auch die Außenfassade an unserem Neubau(!) fertig ist. Dabei könnte ein Teil der Backsteinfassade bereits begutachtet werden und auch das Holz für den Anbau ist schon angeliefert. Was sollten wir also noch anders bauen?

Aufgrund der fehlenden Endabnahme weigert sich aber die Versicherung, unsere Bauwesenversicherung in eine reguläre Feuer- und Hausratversicherung umzuwandeln. Sollte unser Haus also zur Zeit abbrennen, ist im Prinzip nur der Rohbau versichert. Aufgrund rein optischer Restarbeiten, die wir wegen des eisigen Wetters nicht zu verschulden haben, verweigert uns der Denkmalschutz also die Abnahme und setzt uns dem Risiko der Unterversicherung aus. Unglaublich, aber wahr!

Interessant wird es aber erst, wenn man sich die Definition des Finanzamtes zur Bezugsfertigkeit ansieht, wenn es um die Bewertung unseres Hauses, und damit um Steuerzahlungen, geht. Da steht nämlich

„Gebäude sind als bezugsfertig anzusehen, wenn den zukünftigen Bewohnern oder sonstigen Benutzern zugemutet werden kann, sie zu benutzen. Der tatsächliche Einzug als auch die Abnahme durch die Bauaufsichtsbehörde sind für den Zeitpunkt der Bezugsfertigkeit nicht entscheidend. Geringfügige noch fehlende Restarbeiten (z.B. Tapezierarbeiten, Außenputz) schieben den Zeitpunkt der Bezugsfertigkeit nicht hinaus.“

Jedes Amt stellt also seine eigenen Regeln auf, ohne sich mit anderen Ämtern, intern und untereinander abzusprechen. Es interessiert auch keinen. Dafür schickt uns das Finanzamt aber Formulare und will u.a. wissen, wie wir heizen, ob und wieviele Wasser- oder Trockenklosetts wir haben und ob diese sich innerhalb oder außerhalb der Wohnung befinden. Das Finanzamt will auch wissen, in welchen Zimmern wir „bessere“ Fußböden haben und vergleicht dabei Intarsienparkett mit Veloursboden. Hammerhart!

Auf jeden Fall ist einmal mehr bewiesen, dass der Staat immer zu seinen Gunsten entscheidet und der Bürger einfach auf der Strecke bleibt. Wir sind immer die Dummen!

Aber trotzdem war unser erster Winter hier toll!
Aber trotzdem war unser erster Winter hier toll!
Camping im neuen Haus

Unglaublich, wie wenig man eigentlich braucht …

Ihr habt es sicher alle geahnt und wir haben es gewusst. Wir sind mitten in die Baustelle gezogen und diese Zeit werden wir sicher nicht so schnell vergessen. Mit Hochdruck wurde die erste Etage unseres neuen Hauses fertiggestellt und ich bedanke mich auf diesem Wege mal wieder bei allen Handwerkern, die für uns viele Überstunden machten.

Nun haben wir zwei Schlafzimmer, ein Bad und ein Wohnzimmer. Letzteres verdient bei uns wirklich seinen Namen, denn seit fast 3 Wochen ist es Büro, Küche, Ess- und Wohnzimmer zugleich. Alles ist erstmal provisorisch eingerichtet und die meiste Zeit verbringe ich damit, irgendetwas zu suchen. Trotzdem sind wir alle drei unendlich glücklich und jeden Tag wird es nun ein Stückchen besser.

Ich weiß nicht, ob Ihr den Film „Geschenkt noch zu teuer“ mit Tom Hanks kennt. Er ist immer noch einer meiner Lieblingsfilme und viele Situationen aus dem Film erleben wir nun hautnah. Ab 7.00 Uhr wimmelt es im Erdgeschoss nur so von Trockenbauern, Fliesenlegern, Tischlern und Malern und Privatsphäre gibt es eigentlich nicht mehr. Aber immerhin haben wir fließend Wasser, Strom und sogar eine Treppe – schaut Euch den Film an, dann wisst Ihr, was ich meine!

Camping im neuen Haus

Das letzte Pfingstwochenende hatten wir so tolles Wetter, dass es fast wie im Hochsommer war. Wir haben zwar mit Hochdruck an allen Tagen im Erdgeschoss gearbeitet und inzwischen spüren wir jeden Muskel einzeln. Aber wir hatten tatkräftige Unterstützung von Freunden und so war auch eine Menge Spaß dabei. Und zum ersten Mal habe ich Tische unter unsere alten Eichen gestellt und wir konnten dort unsere Mittagspausen verbringen. Die vielen Radfahrer, die auf dem Deich vorbeifuhren, hätten sich bestimmt gerne zu uns gesetzt.

Der Mai geht nun zu Ende und wir haben sogar noch die Erdbewegungen rund ums Haus für den Eingangsbereich und die Terrasse geschafft. Aber es gibt immer noch viel zu tun und auch zu berichten!

Umzug auf Raten

Chaos pur

Ostern ist vorbei und ich habe es noch nicht einmal geschafft, Grüße zu verschicken. Tja, wie gesagt – es kommen auch wieder ruhigere Tage! Hoffentlich hattet Ihr wenigstens die Zeit, um Ostereier zu suchen und Euch vom Alltag zu erholen!

Dieses Wochenende hat es mich in die alte Heimat verschlagen um dort mal wieder nach dem Rechten zu sehen. Und auch Umzugskartons müssen so langsam gepackt werden. Deshalb bleibt aber trotzdem noch Zeit, mich wieder in der virtuellen Welt zurückzumelden. Wie schön, wenn das Internet problemlos funktioniert!

Was ist in den letzten Wochen nicht alles passiert. Laut Kalender sollte der Frühling beginnen, aber es wurde nicht wirklich warm. Die meiste Zeit war es an der Elbe sehr windig und ungemütlich. Trotzdem kamen auf dem Nachbarhof vier kleine Lämmchen zur Welt, die ich am liebsten von morgens bis abends beobachtet hätte.

Umzug auf Raten

Unsere Katzen durften nach zwei Wochen Hausarrest dann auch wieder an die frische Luft und waren mehr als erstaunt über die seltsamen Geschöpfe, die es in ihrer neuen Heimat zu sehen gab. Aber mittlerweile haben sich Mia und Hexe an die Schafe und Hühner gewöhnt und gehen mit uns auf dem Deich spazieren. Außerdem haben sie viele neue Katzenfreunde gefunden.

Umzug auf Raten

Letzte Woche habe ich die ersten Störche in der Lenzerwische gesichtet – allerdings sind dieses Jahr wegen der Kälte und Gegenwind (erzählte man uns) alle etwas später dran. Ich hoffe nun, dass unser Storch auf dem Nachbarhof auch bald ankommt und wir wieder das typische Klappern der Schnäbel hören können.

Manchmal passieren auf dem Land aber auch traurige Sachen. So hat der Fuchs letzte Woche alle zehn Hühner inklusive Hahn unseres Nachbarn totgebissen und man konnte nur noch die Federn einsammeln. Ich werde gut aufpassen, dass ein solches Schicksal unseren Hühnern, die wir hoffentlich irgendwann einmal haben werden, erspart bleibt!

Unser Neubau macht inzwischen Fortschritte – die Heizung funktioniert, der Estrich ist drin, wir haben fließend Wasser (erstmal nur aus einem Hahn!), der Kamin wurde geliefert und mein Traumherd ist angekommen. Nun gehen die Arbeiten an den Innenwänden weiter, Ende April werden die Fliesen verlegt und egal was kommt – im Mai ziehen wir ein! Wenn es sein muss auch mitten in die Baustelle!

Meine Werkstatt ist bereits provisorisch eingerichtet und das erste Projekt wird das Streichen unserer auf Ebay ersteigerten Eckbank sein. Viele meiner alten Möbel und gesammelten Fundstücke sollen hier den Shabby-Look bekommen, den ich so sehr liebe.

Zeitgleich geht allerdings der Kampf mit der Denkmalschutzbehörde und der ILE wegen der Baugenehmigung und Fördergelder für unser altes Bauernhaus weiter – aber das ist eine andere Geschichte.

Auf jeden Fall beginnt nun endlich unser neues Leben!

Ja – ich lebe noch.

Seit Ende Februar wohnen wir nun vorübergehend in einer Ferienwohnung in unserer neuen Heimat. Und wahrscheinlich müssen wir hier noch bis Anfang Mai ausharren. Täglich sehen wir den Baufortschritt an unserem neuen Haus und wir können es natürlich kaum abwarten, endlich dort einziehen zu können. Benjamin hat sich in seiner neuen Schule gut eingelebt – aber ein großes Problem haben wir.

Das Internet funktioniert nur seeeehr langsam – und meistens kriege ich gar keine Verbindung! Daher die lange Pause.
So werde ich mich wohl erst wieder regelmäßig melden können, wenn wir tatsächlich umgezogen sind.

Ich hoffe, Ihr verzeiht – ich hole dann alles nach!
Versprochen!

Möbelkauf mit Hindernissen

Foto oben: Foto Live-Kamera Februar 2012

Liebe auf den ersten Blick

Ende der Woche war es nicht mehr ganz so kalt, so dass nun alle Fenster eingebaut sind. Andauernd schaue ich mir die Bilder unserer Live-Kamera an und bin total begeistert.

Da es aber sonst im Moment von der Baustelle nichts zu berichten gibt, erzähle ich Euch von unseren Küchenmöbeln, die seit drei Jahren auf ihren Einsatz warten.

Im Frühjahr 2009 hatte mein Mann einen Geschäftstermin in der Nähe von Bad Salzuflen. Da es dort dasRomantik Hotel Arminius gibt und Bad Salzuflen zwar ein kleines, aber sehr schönes und liebenswertes Städtchen ist, habe ich ihn begleitet.

Tagsüber bummelte ich durch die Altstadt und entdeckte dasEinrichtungsgeschäft „Simply Country“ direkt in der Fußgängerzone – ein Traum für alle, die den französichen Landhausstil lieben. Also schleppte ich am nächsten Morgen meinen Mann dorthin. Auch er war begeistert und wir kamen mit der netten Verkäuferin ins Gespräch. Zwei Küchenschränke und ein Sideboard gefielen uns besonders, aber unser Haus war ja leider erst frühestens in einem Jahr fertig. Als sie uns nach Rücksprache mit ihrer Chefin erklärte, wir könnten die Möbel so lange im Geschäft stehen lassen, schlugen wir zu.

Liebe auf den ersten Blick
Liebe auf den ersten Blick

Damals waren wir noch voller Optimismus und ahnten nichts von den Problemen, die auf uns zukommen sollten. Als uns dann im Sommer 2010 aber klar wurde, dass sich unser Umzug noch lange hinziehen würde, mussten wir für die Unterbringung unserer Möbel eine andere Lösung finden.

Da ich selbst ja einmal Gästezimmer vermieten möchte, bin ich immer auf der Suche nach gemütlichen und besonderen Übernachtungsmöglichkeiten. So entdeckte ich ganz in unserer Nähe eine Ferienwohnung Unter den vier Linden in Nausdorf, die uns auf Anhieb gefiel. Noch schöner war, dass wir uns mit den Vermietern sofort prima verstanden und daraus inzwischen eine echte Freundschaft geworden ist. Bereits während der ersten Ferien dort boten sie uns an, unsere Küchenmöbel bei ihnen unterzustellen. Und weil wir spürten, dass das Angebot von Herzen kam, haben wir es angenommen.

Ich telefonierte also mit „Simply Country“ und die Eigentümerin bot mir tatsächlich an, die Möbel zusammen mit ihrem Mann an einem Wochenende persönlich zu unseren Freunden zu bringen. Sie stellten nur Mietwagen und Benzin in Rechnung und fuhren an einem Samstag 270 km hin und wieder zurück. Nicht nur, dass die Möbel fast eineinhalb Jahre kostenlos in ihrem Geschäft und später im Lager standen, sie mussten die Möbel nochmal aufladen und dann gemeinsam mit unseren Freunden wieder abladen. Es müssen wirklich sehr nette Menschen sein, denn eine solche Hilfsbereitschaft geht über normalen Kundenservice weit hinaus – zumal wir uns noch nicht einmal persönlich begegnet sind. Ich habe mich telefonisch natürlich tausendmal bedankt und wenigstens einen großen Blumenstrauß mit Fleurop geschickt.

Benjamin und Zelda 2009
Benjamin und Zelda 2009

Von da an standen die Möbel dann komplett verpackt in einem leerstehenden Zimmer unserer Freunde. Kein Bitten konnte sie dazu überreden, die Sachen auszupacken, so dass sie den Raum wenigsten hätten benutzen können. Sie trauten ihrem Hund wohl nicht und wollten meinen Shabby-Look auch nicht auf die Probe stellen. Und so blockierten ein Jahr lang drei große, hässliche Kisten ihr schönes Zimmer. Noch heute habe ich deswegen ein schlechtes Gewissen.

Als wir dann im Frühjahr 2011 endlich unsere Baugenehmigung bekamen, haben wir die Möbel zum Herbstanfang dann schließlich in unser altes Haus gebracht – und dort stehen sie bis heute. Zwischendurch witzelten wir schon selber, dass die Schränke, bis sie endlich in unserer Küche landen, wahrscheinlich antik sind.

Diese Aktion zeigt, wie verrückt wir sind. Ich glaube nicht, dass es viele Menschen gibt, die Möbel kaufen, wenn das Haus noch gar nicht gebaut ist und dann einfach alles drumherum planen. Aber meine Landhausküche wird mich immer an die Menschen erinnern, die uns so uneigennützig geholfen haben. Und eines Tages werde ich mich mit einer besonderen Einladung für all die Hilfe bedanken!