Nun wird es ja wohl endlich Frühling .. Kühl ist es zwar immer noch, besonders nachts, aber man merkt doch schon ganz deutlich, dass die Tage länger geworden sind. Immerhin! Doch alleine das Klappern der Störche zu hören, ist Balsam für die Seele und ich freue mich schon wieder auf den Nachwuchs. Nur der Wind nervt total!
Daher haben wir das stürmische Wetter genutzt, um die Werkstatt umzubauen und aufzuräumen. Und endlich haben die drei alten Fenster, die aus einem Bauernhaus hier in der Wische stammen, ihren neuen Platz in der Öffnung zwischen Küche und Esszimmer gefunden. Ich bin auf jeden Fall mit dem Ergebnis mehr als zufrieden – und allen Shabby-Fans wird es auch gefallen!
Zwar ist auf der Baustelle wegen Krankheit nicht so viel passiert, aber um die Gästeterrassen haben wir viele neue Sträucher und Blumen gepflanzt, damit bald alles grünt und blüht.
Selbst unsere Feuerstelle ist aufgeräumt und wartet darauf, in Flammen aufzugehen. All diese Äste hat der Wind von den Eichen geweht und ich musste vor dem ersten Mähen natürlich erst einmal alles einsammeln. Das Geld für ein Fitnessstudio kann ich mir jedenfalls sparen!
MÄRZ – das hört sich soooo nach Frühling an. An den Sträuchern sind erste kleine Knospen, die Schneeglöckchen blühen und ganz zaghaft sieht man die ersten Spitzen von Tulpen und Narzissen aus dem Boden gucken. Letzte Woche wehte noch ein eiskalter Wind, aber nun setzt sich der Frühling endlich durch. Unsere Bank steht wieder auf dem Deich und ich habe vor lauter Tatendrang schon einmal das Laub zusammengerecht, das erste Feuer angezündet, ein paar Sträucher gepflanzt und Blumenzwiebeln vergraben. Damit es bald wieder bunter wird!
Auch auf unserer Baustelle sind wir wieder ein Stückchen weiter. Das Gelände zum Deich ist begradigt und sieht im Moment natürlich alles andere als schön aus – eben immer noch wie Baustelle. Aber das wird sich ändern, sobald die Mauer fertig ist, Rasen gesäht und hoffentlich bald die ersten Gäste dort sitzen !!!. Ich weiß, noch kann man sich das nicht so richtig vorstellen, aber schaut selbst, wie sehr sich schon alles verändert hat ….
Denn so sah es hier damals aus, als wir uns 2008 zum Kauf entschieden. Die Verwandlung macht doch Mut!
Aber auch drinnen wird geplant und gebaut und die Vorinstallationen für Heizung und Elektrik laufen auf Hochtouren.
Besonders stolz bin ich allerdings auf mein erstes „Kreativprojekt“ für eines der Gästezimmer.
Ausschnitt
Zum ersten Mal findet ein vor Jahren ersteigertes altes Fenster seinen neuen Platz – ganz unkonventionell in der Duschwand. Selbstverständlich habe ich es im Shabby-Look gestrichen und ich bin mit dem Ergebnis zufrieden! Lasst Euch also überraschen, wie alles weitergeht!
Sicherlich glaubt Ihr nun, dass Euch das nicht interessieren muss, da Ihr keine Künstler seid. Weit gefehlt!
Denn Anfang Januar bekamen wir ein Schreiben von der Deutschen Rentenversicherung mit der Aufforderung, einen fünfseitigen Fragebogen ausgefüllt zurückzusenden, da wir zu Auskünften gemäß § 29 KSVG verpflichtet seien. Wir haben wahrscheinlich ähnlich dumm aus der Wäsche geguckt wie die beiden hier.
In dem Schreiben haben wir also erfahren, dass die Rentenversicherung seit Juni 2007 die gesetzliche Aufgabe hat, bei Arbeitgebern die Verpflichtung zur Zahlung der Künstlersozialabgabe zu prüfen. Nicht, dass mein Mann oder ich Künstler wären. Wir haben nur durch den Umbau unseres alten Hauses ein Gewerbe zur Vermietung von Ferienzimmern angemeldet. Und es ist nun wohl so, dass wir eben rückwirkend für fünf Jahre angeben sollen, ob wir zu irgendwelchen Werbezwecken Dienste eines Webdesigners, Fotografen, externen Designers, Grafikers oder Layouters in Anspruch genommen haben. Wir sind daher verpflichtet, alle Rechnungen in dem festgesetzten Zeitraum diesbezüglich aufzulisten, um – ich zitiere – „Ihnen und uns die Prüfung der Abgabepflicht zu erleichtern“.
Wie kann es aber sein, dass dieses Gesetz seit 2007 existiert und der Rentenkasse erst im Januar 2015 einfällt, diese Sozialabgabe einzufordern? Und dann hat sie das Recht, die letzten 5 Jahre rückwirkend zu verlangen? Das würde sich keine Privatfirma trauen, noch könnte sie das vor Gericht durchsetzen. Dass nun auf viele Betriebe unter Umständen hohe Nachzahlungen zukommen, die sie in ihrer Kalkulation nicht berücksichtigen konnten, ist der Rentenkasse bzw. dem Staat völlig egal. Staatliche Institutionen können willkürlich entscheiden und schalten und walten wie sie wollen. Aberwitzig ist auch, dass nicht die Künstler selbst diese 5,2 % von ihren Einnahmen abführen, sondern die Auftraggeber dazu verpflichtet sind. Wie schräg ist das denn? Das wäre ja so, als wenn ich mir in einer Boutique eine Bluse kaufe und diese Boutique für mich nun eine extra Rentenpauschale zahlen muss. Irre!
Da wir uns aber Gott sei Dank noch in der Bauphase befinden und bisher keine Werbung gemacht haben, gibt es hoffentlich auch nichts zu zahlen. Es sei denn, die Rentenversicherung ärgert sich darüber und fordert vielleicht vorbeugend schon einmal einen Fantasiebetrag ein – falls wir eventuell ja doch mal Werbung machen sollten. Nun sind wir für die Zukunft aber wenigstens vorgewarnt und werden unsere Werbung mit Sicherheit selbst in die Hand nehmen.
Es wird wirklich immer schwerer, ein einfaches, ruhiges und selbstbestimmtes Leben zu führen. Mit unserer Zimmervermietung werden wir bestimmt nicht reich, und schon gar nicht, wenn der Staat sich immer wieder neue Steuern und Abgaben einfallen lässt – und das noch rückwirkend. Wen wundert da noch der Frust vieler Menschen?
Katze müsste man sein!
Insgesamt trage ich es mit Fassung und warte auf die nächste Überraschung.
Schaut Euch mal an, wie unser Altbau noch vor einem Jahr aussah
und was sich in 12 Monaten alles verändert hat – Wahnsinn!
Und trotzdem bin ich oft voller Ungeduld und möchte am liebsten, dass alles schon fertig wäre. Immer stelle ich mir vor, wie es wohl in ein paar Jahren hier aussehen wird. Dabei ist doch gerade der Weg dorthin das Spannende und Aufregende. Warum schaffe ich es also trotzdem oft nicht, einfach nur im Jetzt zu leben?
Ein Grund dafür ist sicherlich, dass wir eben immer noch zu sehr im beruflichen Alltag verwurzelt sind, wir so viele verschiedene Dinge gleichzeitig erledigen müssen. Aber wir arbeiten daran, dass es einfacher wird und sind dabei, viele Knoten zu entwirren. Das ist eben nicht immer so einfach und braucht auch seine Zeit. Und schon sind wir wieder beim Thema ….
Heute habe ich mir nämlich die Zeit genommen und bin mit Amy spazieren gegangen. Die Elbe hat ihr Winterhochwasser, nicht bedrohlich, nur die Wiesen sind überflutet. Und obwohl alles nur grau in grau ist, hatte es eine ganz eigene, fast mystische Stimmung.
Ja, auch ich habe das Gefühl, die Jahre würden immer kürzer , selbst hier auf dem Land. Da nützt es auch wenig, dass der Januar der Monat der Ruhe ist und die Natur im Winterschlaf liegt. Die Tage sind so kurz, dass – wenn überhaupt – sich nur um die Mittagszeit mal Spaziergänger auf den Deich verirren – und Touristen gibt es schon gar nicht. Aber genau das ist auch einer der Gründe, warum wir uns in diese Gegend verliebt haben. Im Herbst und Winter die Einsamkeit, ohne alleine zu sein und im Frühjahr und Sommer die vielen Begegnungen mit Nachbarn und Urlaubern auf dem Deich und hoffentlich auch irgendwann in unserem Café und Bed & Breakfast.
Lange habt Ihr nichts von mir gelesen und dafür möchte ich mich entschuldigen.
Dass mein Blog zum Stillstand kam liegt aber nicht daran, dass es uns hier nicht mehr gefällt – ganz im Gegenteil! Es ist nur so, dass mich das Landleben so vereinnahmt hat, dass ich tatsächlich nur noch selten am Computer sitze. Daran ist zwar auch die Telekom nicht ganz unschuldig, denn unsere Internetverbindung hier in der Wische ist frustrierend langsam. Aber das erzähle ich Euch vielleicht ein andermal.
Rückblickend war 2014 für uns ein gutes Jahr und wir sind mit dem alten Bauernhaus ein ganzes Stück weitergekommen. Wir haben viel im Außenbereich gearbeitet, Terrassen angelegt, Sträucher gepflanzt, Trockenmauern gebaut und das Grundstück aufgeräumt. Nun kann es im nächsten Jahr endlich mit dem Innenausbau losgehen – so der Denkmalschutz will!
Von außen sieht unser Haus jedenfalls schon fast so aus, als könnte man darin wohnen. Mit ein wenig Deko wirkt es sogar recht gemütlich, auch wenn es noch keine richtigen Türen und Fenster gibt. Und wie Ihr sehen könnt, hat es nun auch bei uns etwas geschneit…
Ich wünsche allen einen guten Start ins neue Jahr, viele glückliche Tage mit Familie und Freunden, Gesundheit, Zufriedenheit und die Möglichkeit, Euer Leben so zu leben, wie es Euch gut tut.
Und für 2015 habe ich nur einen guten Vorsatz: Euch nämlich wieder regelmäßiger von unserem Baufortschritt zu berichten!
Nun ist es tatsächlich so weit. So viele Jahre habe ich davon geträumt und jetzt kann ich nur noch hoffen, dass alles klappen wird. Die letzten Tage waren ganz schön aufregend und ohne meine treuen Helfer hätte ich das alles auch nicht geschafft.
Es ist schon ein Sprung ins Ungewisse – aber doch mit dem Vertrauen darauf, dass alles gutgehen wird. Zwar habe ich nie zuvor in der Gastronomie gearbeitet, aber ich bin mit meinem Mann viel gereist und weiß, was wichtig ist und worauf es eigentlich ankommt. Nicht Perfektionismus zählt, sondern Freundlichkeit, Ehrlichkeit, Fröhlichkeit zusammen mit tollen, selbstgemachten Kuchen von Landfrauen in einem romantischen Ambiente – da werden die Radfahrer und besonders die Radfahrerinnen sich schon eine „Auszeit“ gönnen.
Und mein Stil ist vielleicht nicht jedermanns Sache, aber gemütlich fanden es bisher alle. Aber mich hat es gepackt und sobald etwas mit abgeplatzter weißer Farbe überzogen ist, gefällt es mir schon. Da kann ich nichts mehr dagegen tun. Spielerisch werden alte Dinge zweckentfremdet und finden so wieder einen neuen Platz in unserer Zeit.
Seit ich hier lebe, habe ich nie mehr das Gefühl, irgendwo etwas zu verpassen. Mein Zuhause ist das beste Heilmittel gegen Stress – hier fühle ich mich wohl, mehr als irgendwo sonst bisher!
Nun ist unsere erste Amtshandlung im neuen Jahr die Einholung der vom Denkmalschutzamt geforderten Befunduntersuchungen zur Farbgebung der angegebenen Fenster, Wände und des Tores.
Nach dem Erhalt der Baugenehmigung hegten wir erneut die Hoffnung, dass wir bei einem persönlichen Gespräch dieses Gutachten evtl. abwenden könnten. Die Leiterin der unteren Denkmalschutzbehörde hörte sich unsere Stellungnahme an, zeigte sich sehr verständig und versicherte uns, nochmals alles prüfen zu lassen um unnötige Kosten zu vermeiden.
Schon zwei Tage später erhielten wir dann von unserer Sachbearbeiterin ein Schreiben, in dem stand, sie habe nochmals eingehend alle ihr vorliegenden Unterlagen geprüft und teilt uns hiermit die Konkretisierung zur erteilten Baugenehmigung mit. Dann folgt exakt die Formulierung aus der Baugenehmigung aus Punkt 2.1, die ich Euch diesmal ersparen möchte. (Siehe mein Post vom …. zur Baugenehmigung)
Man kommt sich auf Deutsch gesagt ziemlich vera…. vor und es drängt sich einem der Gedanke auf, dass die Sachbearbeiterin wahrscheinlich darüber verärgert war, dass wir nicht mit ihr, sondern mit ihrer Vorgesetzten gesprochen haben. Wobei ich trotzdem davon ausgehe, dass es uns auch nichts genützt hätte, wenn wir es andersherum versucht hätten.
Jedenfalls ließen wir dann auf dem Amt nachfragen, wer denn ein solches Gutachten erstellen könnte und man gab uns drei Adressen. Von diesen drei Adressen existierten zwei schon nicht mehr, was uns irgendwie sonderbar vorkam. Anscheinend erteilt die untere Denkmalschutzbehörde solche Auflagen nicht so oft, da sie ungültige Adressen weitergibt. Das hinterlässt bei uns erneut einen bitteren Beigeschmack und das Gefühl, alles mögliche und unmögliche an Auflagen aufgedrückt zu bekommen, was nur irgendwie denkbar ist. Ganz davon zu schweigen, mit welcher Ignoranz und Arroganz Kosten verursacht werden, die wir bezahlen müssen.
Mein Mann hat fast einen ganzen Tag mit Recherchen im Internet und Telefonaten zugebracht, bis wir endlich einen Restaurator fanden, der bereit war, innerhalb von ein paar Tagen vorbeizukommen. Dieser Mann war sehr nett und war der Meinung, dass das geforderte Gutachten absolut unsinnig sei. Denn Wände, Tor und Fenster seien nachweislich aus unterschiedlichen Zeiten, so dass sich daraus im Grunde kein historisch fundiertes Farbkonzept ergibt.
keine Staus, keine Warteschlangen, keine Kofferschlepperei – und die Elbe und einen See zum Schwimmen!
Nun muss ich doch mal wieder etwas in eigener Sache loswerden. Seit gut zwei Wochen bin ich Strohwitwe, da meine beiden Männer in die USA geflogen sind, um an einer Oldtimerrallye (www.greatrace.com) teilzunehmen. Und für mich ist das Urlaub pur!
Es ist nicht so, dass ich meine Familie nicht vermisse. Aber mir meine Zeit ganz frei einteilen zu können, ist einfach toll. Viele von Euch bedauern mich vielleicht und würden eine USA-Reise gegen mein Landleben sofort eintauschen. ICH nicht mehr!!!
Ich genieße es, in unserer Wohnung und im Garten in Ruhe und mit Muße Veränderungen vorzunehmen, für die ich im Alltag keine Zeit gefunden habe.
So konnte ich endlich die alte Wohnzimmervitrine weiß streichen – nun erstrahlt sie im neuen Shabby-Look. Ist sie nicht toll geworden? Auch eine Gartenbank wurde grün gestrichen und viele Blumen und Sträucher habe ich gepflanzt. Auf dass es im nächsten Jahr schön bunt wird. Da ich also für niemanden sorgen musste, wurde mein Arbeitseifer nicht durch Putzen, Kochen und Waschen unterbrochen und dazu haben mich meine Lieblingsnachbarn abends manchmal zum Essen eingeladen. Was kann man sich noch wünschen?
Gartenimpressionen – meine „Blechbüchsenarmee“
Da wir ein großes Grundstück haben, kann ich mich unendlich austoben und viele unterschiedliche Ruhezonen schaffen. So „reise“ ich je nach Stimmung, Wind und Sonne durch den Garten – ganz ohne Stress und so oft und lange ich will! Denn seit ich hier wohne,denke ich nie mehr darüber nach, wo ich vielleicht gerade lieber wäre.
Mein Platz an der Remise, wo nur am frühen Morgen die Sonne scheint. Von hier aus sehe ich unser Storchennest und jeden Besucher entdecke ich schon von weitem!
Die Raucherecke vor dem Haus – hier ist es bei Regen besonders gemütlich. (Obwohl bei uns auch in der Küche geraucht werden darf!)
Meine Rundbank – selbstverständlich mit Rundumblick zum Bauernhaus, in den Garten und zu unserem Wohnhaus.
Testsitzen mitten in der Baustelle. Hier kann man wunderbar die Abendsonne genießen und neue Ideen kommen dann ganz von alleine.
Der Gartenplatz am äußersten Zipfel unseres Grundstücks. Hier ist man dem Deich und den Radfahrern am nächsten. Die Sträucher müssen natürlich noch wachsen …
Sitzplatz mittendrin – und doch ganz für sich! Nicht nur Amy findet`s hier gemütlich. Wenn Ihr genau hinschaut, entdeckt Ihr auch Mia.
Unser Terrassenplatz, wo wir im Sommer essen und abends mit den Nachbarn und Freunden klönen – und Open-Air-Kino gab`s hier auch schon!
Aber mein absoluter Lieblingsplatz wird wohl die Schaukel unter den Eichen bleiben, denn hier lässt es sich am besten träumen …
Ach ja – und dann gibt es noch diesen fantastischen Platz auf dem Balkon. Hier liegt mir meine kleine Welt zu Füßen …
… und die große Welt kann mir gestohlen bleiben!
Ich wünsche Euch, dass Euer Urlaub genauso toll und erholsam wird!
Wieder ist ein Meilenstein geschafft. Das alte Fachwerk des Nordgiebels ist ausgebessert, gesäubert und die Gefache mit den alten Ziegelsteinen wieder neu ausgemauert. Auch die beiden oberen Reihen wurden neu mit Lehmputz ausgebessert. Und ich finde, das Ergebnis kann sich sehen lassen!
Juni 2014
Spannend war die Entzifferung des alten Balkenspruches über der Toreinfahrt zur Tenne. Vorsichtig haben wir mit Kreide die alten Buchstaben nachzuzeichnen versucht – und alles konnten wir noch nicht rekonstruieren. Unser Balkenspruch beginnt eindeutig mit der ersten Zeile eines Kirchenliedes aus dem 16. Jhd.
„WER GOTT VERTRAUT HAT WOL GEBAUT“
Danach wird alles sehr undeutlich und nur einzelne Buchstaben sind zu erkennen. In meinen Internetrecherchen habe ich entdeckt, dass unser Balkenspruch weit verbreitet war und oft folgte die zweite Zeile: IM HIMMEL UND AUF ERDEN.
Zu erkennen sind bei uns eindeutig „MEL UND AUF ER“, daher vermute ich, dass der Spruch auch bei uns so weiterging. Vielleicht findet sich aber noch jemand, der mir weiterhelfen kann.
Ganz eindeutig ist dann wieder der Name des Ehemannes zu erkennen:
CHRISTOFFER HINRICH WARNCKE
Bei dem Namen der Ehefrau mussten wir teilweise wieder raten, aber diesen können wir vielleicht noch in alten Kirchenbüchern finden. Als Datum ist der 9. OCTOBERUS ANNO 1752 angegeben – wirklich verdammt lange her!
Rätsel gibt uns auch dieses Symbol auf, das sich zwischen den Namen der Eheleute befindet. Auch hier hoffe ich, dass ich jemanden finde, der mir dazu etwas sagen kann. Solche Ornamente sollten das Haus und seine Bewohner schützen und viele Zimmerleute kannten die alten Bedeutungen noch bis ins 20. Jhd. hinein. Teilweise stammen diese Symbole noch aus vorchristlicher Zeit und gehen auf alte Runen zurück.
Vielleicht ist es aber auch gar nicht so kompliziert, denn mit etwas Fantasie könnte es auch ein Baum oder Blumen sein, die aus der Erde wachsen. Wer weiß?
Das ist nun unser Balkenspruch und ich finde, er passt zu uns und dem Haus.
Denn aus dem hässlichen Entlein
ist ein junger Schwan geworden !
Und doch ist es ein Anblick, an den wir uns erst gwöhnen müssen. So eine Verjüngungskur verändert den Charakter des Hauses ganz schön und auch die Erdarbeiten tragen nicht gerade dazu bei, das Haus in die Landschaft zu integrieren. Da leider keine Fotos vor DDR-Zeiten existieren, haben sich die Zimmerleute an ähnlichen Fachwerkhäusern orientiert.
Zu unserem großen Erstaunen wollte der Denkmalschutz ja ursprünglich, dass wir den Backsteingiebel erhalten sollten. Aber dann war er doch so baufällig, dass beim Bau der Fundamente Risse entstanden und Teile einbrachen, so dass uns vom Amt dann vor Ort das Fachwerk genehmigt wurde.
Und voilà – dieses Facelifting kann sich doch sehen lassen!
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