Was für ein regenreicher Monat, Sommergefühle bekommt man da eher nicht. Nein, in den letzten Wochen meinte es der Wettergott nicht gut mit uns. Zwar können wir uns hier an der Elbe im Gegensatz zu anderen Teilen Deutschland`s nicht wirklich beklagen, denn wir wurden immerhin von Hochwasser verschont. Das tröstet uns aber nicht wirklich! Wenigstens brauchte ich den Garten nicht zu wässern ….
Dafür sind wir mit der ersten Suite tatsächlich im Endspurt. Ich kann es gar nicht fassen. Der Holzboden wurde bereits geschliffen, gestrichen und muss nur noch gewachst werden – dann kann ich endlich mit dem Einrichten beginnen.
Nun kommen bald die schönen Fotos!
Wie Ihr hier allerdings sehen könnt, wird es Zeit, dass ich mein Café endlich eröffne.
Die Terrassenstühle werden schon von Schlinggewächsen überwuchert ….
Nun setzen wir auf jeden Fall alle Hoffnung auf den August. Es kann ja nur noch besser werden!
Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole – schöner und vor allem erholsamer kann es im Süden auch nicht sein …
Urlaub zu Hause heisst für mich Lesestunden auf meiner Schaukel unter den Eichen, mit Amy in der Elbe schwimmen, auch mal Unkraut im Garten zupfen, umpflanzen, Mußestunden mit den Katzen und zwischendurch die Radfahrer auf dem Deich beobachten. Nein, ich möchte bei dieser Hitze nicht mit ihnen tauschen …
Auch wenn mich das Bewässern der jungen Pflanzen ganz schön auf Trab hält, bedauere ich diese Hitzewelle nicht. Die Elbe hat zur Zeit den niedrigsten Wasserstand seit 10 Jahren und man könnte fast zu Fuß auf die andere Seite gehen. Da kann man sich das Jahrhundert-Hochwasser vor drei Jahren nur noch schwer vorstellen. Und hoffentlich kommt so schnell auch keines wieder …
Elbe bei Niedrigwasser im Juli 2015Hochwasser bis zur Deichkrone im Juni 2013
Jetzt in der Ferienzeit bekommen auch wir wieder Besuch von Freunden aus der alten Heimat. Und auch, wenn sich viele nicht vorstellen könnten, hier zu leben, genießen sie doch die Natur und kommen zur Ruhe. Wir frühstücken dann morgens immer lange, quatschen über alte Zeiten, die Zukunft und das Leben im Allgemeinen. Während die Urlauber dann Ausflüge machen, erledige ich mein Tagespensum. Abends grillen wir, Nachbarn kommen hinzu, wir schauen Freiluftkino und lassen es uns einfach gutgehen. Was will man mehr!
Und manchmal gibt`s auch ein richtiges Lagerfeuer! Abenteuerromantik pur – und das im eigenen Garten. Schöner geht`s nicht mehr!
Das denkt wohl selbst unser Storch. Es sieht fast so aus, als hätte er gar keine Lust in den Süden zu fliegen und würde viel lieber hier bleiben …
Das hatten wir uns nach diesem langen und kalten Winter und dem anschließenden Hochwasser auch redlich verdient. Nur auf die Mückenplage hätten wir gerne verzichtet. Da das Wasser nur sehr langsam ablief und die vielen stehenden Gewässer eine ganz schöne Brühe bildeten, könnt Ihr Euch sicher vorstellen, dass wir abends oft die Flucht ergriffen und von der Terrasse auf unsere „heiß“geliebte Kücheneckbank flüchteten.
Aber auch das haben wir inzwischen überstanden, die Buhnen der Elbe sind wieder sichtbar und unsere Amy freut sich jeden Tag auf ihr abendliches Bad im kühlen Nass.
Unsere Storcheneltern haben sich natürlich über das unerschöpfliche Insektenangebot riesig gefreut und ihre vier Jungen sind inzwischen so groß, dass man sie von den Eltern kaum unterscheiden kann. Anfangs sahen wir immer nur drei Storchenbabys, bis wir das Nesthäkchen entdeckten. Die Armen müssen den ganzen Tag in voller Sonne in ihrem Nest verbringen, denn fliegen können sie noch nicht. So sind Mama und Papa Storch ununterbrochen damit beschäftigt, genug Nahrung und vor allem Wasser in ihre Penthousewohnung zu transportieren.
Mit Hochdruck haben wir nun auch daran gearbeitet, die Backstein- und Holzverkleidung unseres neuen Hauses fertigzustellen. Sollten wir die Endabnahme nun endlich von Bauamt und Denkmalschutz erhalten (siehe „Immer zum Nachteil des Bürgers“, Februar 2013) hätten wir tatsächlich eine große Hürde genommen und wir könnten das erste Kapitel unserer anstrengenden Reise beenden.
Wir können es immer noch nicht so richtig glauben, dass uns dieses Jahrhunderthoch-wasser verschont hat und hier in der Lenzerwische alle Häuser – bis auf einige Keller – trocken geblieben sind. Die Elbe überschritt in diesem Jahr die Pegelstände der „Jahrhundertflut“ von 2002 zeitweise um 60 bis 90 Zentimeter. Unser Deich kann Wasserfluten bis 7,20 Meter standhalten und so waren wir ganz schön nervös, als die Elbe vor unserem Haus schließlich 6,67 Meter erreichte. Nicht nur auf unserem Grundstück hat sich ein großer See gebildet, auch bei unseren Nachbarn staute sich das viele Wasser.
Gerettet haben uns letztendlich natürlich die vielen Deichbrüche oberhalb der Elbe und in Gedanken sind wir bei all diesen Menschen, die teilweise ihr Hab und Gut komplett verloren haben. Es stehen ja immer noch viele Dörfer unter Wasser und es wird noch Wochen dauern, bis alle wieder in ihre Häuser – oder was davon übrig geblieben ist – zurück dürfen. Auch in Dömitz stand das Wasser nur bei der großen Flut von 1888 höher, Hafen und Schleuse waren überflutet und mussten mit Sandsäcken gesichert werden.
Die Schleuse in DömitzDer Hafen in Dömitz
Sehr beeindruckt hat mich die große Hilfsbereitschaft der vielen Menschen, die in den Überschwemmungsgebieten überall dort halfen, wo Not am Mann war. Selbst wir bekamen Hilfe von Freunden aus Berlin, die sofort kamen, um uns beim Sichern unseres Hauses zu helfen, Sandsäcke füllten, Fenster und Türen abdichteten und die Deiche bewachten. Vielen Dank an dieser Stelle an Euch und auch alle anderen Helfer in Deutschland.
Nun sinken die Pegelstände langsam wieder und der Katastrophenalarm ist seit gestern aufgehoben. Es liegen zwei Wochen harte Arbeit hinter uns, in denen wir uns erst auf das Hochwasser vorbereiteten und nun alles wieder an seinen angestammten Platz zurückbringen. Unzählige Male sind wir Treppen hoch und runter gelaufen, aber das macht uns nichts – haben wir doch alles unbeschadet überstanden und können nun Ende der Woche wieder zur Tagesordnung übergehen. Aber viele Tausend Menschen können das nicht und wir hoffen nur, dass ihnen wenigstens finanziell schnell geholfen wird. Die Natur hat uns erneut gezeigt, wer das Sagen hat!
Unsere Störche freuen sich allerdings über das viele Wasser, denn das bedeutet reichlich Nahrung für die drei Jungen. Des einen Leid ist eben des anderen Freud!
Foto oben: Sobald die Elbe Hochwasser hat, haben wir einen See im Garten!
Stimmung wie im Skiurlaub
Bei eisiger Kälte und Sonnenschein war es heute der perfekte Tag, endlich auf unserer zugefrorenen Wasserfläche im Garten meine ersteigerten Eisstöcke auszuprobieren.
Wie bei den Profis hat Tommi die Eisbahn immer wieder freigefegt!
Wir hatten unglaublichen Spaß und gegen die Kälte gab`s natürlich auch einen Glühwein.
Da es laut Wetterbericht der letzte kalte Wintertag sein soll, war es ein gelungener Abschied.
Wahnsinn – wir haben es Dank unseres Architekten geschafft! Die Denkmalschutzbehörde hat die Fenster unseres Neubaus abgehakt und auch der Brand- und Katastrophenschutz hat unserem Bauantrag für den Altbau zugestimmt. Wir sollen aber das Giebelfenster in der alten Räucherkammer in der Größe den anderen Fenstern anpassen. Vielleicht stimmt der Denkmalschutz diesem Vorschlag ja nun doch noch zu! Das wäre echt toll. Stück für Stück geht es eben weiter und ich bin endlich wieder optimistisch.
Schlittschuh- oder Eisstockbahn?
Nun kann ich meinen Träumen auch wieder freien Lauf lassen. Die Fotos, die ich von unserem Grundstück bekommen habe, entschädigen mich wie immer für vieles. Doch wieviel schöner wäre es, die Elbe bei Hochwasser nun live sehen zu können? Auf unserem Grundstück steht an vielen Stellen das gefrorene Wasser und im Schnee sieht die Landschaft so sauber und ruhig aus. Tatsächlich könnten wir auf den Wiesen an vielen Stellen Schlittschuh laufen! Und ich nehme mir fest vor, das im nächsten Winter – vielleicht mit Freunden bei einem Glühwein – mal auszuprobieren. Oder wir könnten Eisstockschießen und bräuchten dafür noch nicht einmal in Skiurlaub zu fahren!
Baustelle bei -22°C
Dass es so kalt werden würde – nachts fielen die Temperaturen in Deutschland teilweise bis auf -28°C – hätte Anfang Januar niemand für möglich gehalten. Aber dann hat der Winter umso heftiger zugeschlagen und in Osteuropa sind schon über 290 Menschen erfroren. Unsere armen Zimmerleute auf der Baustelle, die bei dieser Kälte das Dach fertigstellen mussten, taten mir wirklich leid. An dieser Stelle vielen Dank für Euren Einsatz!!!
Aber ein Neuanfang ist auch immer gleichzeitig ein Abschied. Das wurde mir diese Woche bewusst, als ich Fotos von jedem Zimmer unseres jetzigen Hauses gemacht habe, um ein Exposé für den Verkauf zu erstellen. Auch dieses Haus haben wir geplant, gebaut und den Garten eigenhändig angelegt. Vor zehn Jahren sind wir hier eingezogen und unser Sohn hat einen Großteil seiner Kindheit hier verbracht, hat den Kindergarten und die Grundschule im Ort besucht und Freunde gefunden.
Bald fängt für uns nun ein neuer Lebensabschnitt an! Wir glauben fest daran, dass sich all die Arbeit, der Ärger und unser Einsatz lohnen und das Bauprojekt in der Lenzerwische einmal unser Traumdomizil wird.
Am 18.01.12 lag ein Brief von der UWB (Untere Wasserbehörde Natur- und Gewässerschutz) in unserem Briefkasten, in dem uns mitgeteilt wurde, dass nach einer erneuten Prüfung mit dem Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz Brandenburg (!) unser Zaun stehenbleiben könne, so lange wir sicherstellen, dass es im Falle eines Hochwassers möglich ist, Schadstellen im Bereich des 5 Meter Deichschutzstreifens zu erkennen. Das war mal eine richtig gute Nachricht und hier die Vorgeschichte dazu:
Bevor wir unseren Bauantrag für das alte Haus eingereicht haben, fanden mit
Tatort: neuer Zaun
dem Denkmalschutz schon viele Vorgespräche statt. Wir hatten natürlich auch einige Termine vor Ort, den letzten am 15.09.11 mit Vertretern der Unteren Denkmalschutzbehörde aus Perleberg und der Oberen Denkmalschutzbehörde aus Potsdam. Dabei haben diese entdeckt, dass Holzpfosten und einige Rollen Zaun auf unserem Grundstück herumlagen. Man teilte uns daraufhin mit, dass wir den alten Zaun ohne baurechtliche Erlaubnis von Seiten der Denkmalschutzbehörde nicht einfach durch einen neuen ersetzen dürfen. Es müsse schließlich sichergestellt sein, dass das ortstypische Erscheinungsbild erhalten bleibt.
Nachbarschaft
Wir haben dann am 18.09.11 dem Denkmalschutz in Perleberg schriftlich mitgeteilt, dass wir in Abstimmung mit unseren Nachbarn die alte Zaunanlage durch einen neuen, ortstypischen Staketenzaun ersetzen wollen. Alle Nachbarn haben sich übrigens sehr gewundert, da niemand in der ganzen Gegend bisher eine Erlaubnis vom Denkmalschutz für den Bau seines Zaunes eingeholt hatte. Da wir vom Amt nichts mehr hörten, ersetzten wir unseren alten durch einen neuen Zaun an gleicher Stelle und wie alle anderen in einer Flucht entlang des Deichfußes.
Spannend wurde es dann aber, als eine Deichbesichtigung stattfand und die Delegation einige Zeit vor unserem Grundstück verharrte. Niemand hat uns angesprochen und irgendwann fuhren alle weiter – aber wir wussten, da kommt was nach!
Am 24.11.11 bekamen wir tatsächlich Post von der UWB aus Perleberg. Sie schrieben uns, dass Ihnen vom Landesamt für Umwelt, Geologie und Verbraucherschutz angezeigt wurde, dass auf unserem Grundstück ein neuer, massiver Zaun hergestellt wurde und wir dafür keine Baugenehmigung hätten. Zitat: „Laut § 98 BbgWG (Brandenburgisches Wassergesetz) ist jede Nutzung von Hochwasserschutzanlagen, die deren Funktonsfähigkeit beeinträchtigen kann, wie das Errichten und Aufstellen von Anlagen (z.B. Zäunen) auf dem Deich und den beidseitigen 5 Meter-Deichschutzstreifen untersagt.“ Zur Klärung des Sachverhaltes sollten wir entweder am 07.oder 09. Dezember 2011 unbedingt sicherstellen, dass wir vor Ort wären um die Angelegenheit zu klären. Dass uns ein solcher Termin drei Tage kostet, da wir schon alleine für die An- und Abreise zwei Tage brauchen, interessiert dort natürlich niemanden.
Da wir aber vom 27.-29.11.11 wegen anderer Termine in der Gegend waren,
Zäune und Pflanzen am Deich
erklärten wir der Behörde schriftlich den tatsächlichen Sachverhalt mit Beweisfotos des alten Zaunes und aller Zäune der Nachbarschaft – die sie bei der Deichbesichtigung sicherlich übersehen hatten – und schlugen eine Ortsbesichtigung am 29.11.11 vor. Diesen Termin konnte von der Wasserbehörde leider niemand wahrnehmen, weshalb wir zwecks Klärung nach telefonischer Voranmeldung am 28.11.11 persönlich zur UWB gingen. Leider war trotz vorheriger telefonischer Zusage dann doch niemand der dafür Zuständigen für uns zu sprechen. Eine sehr nette Dame hörte sich den Sachverhalt nochmals an und nahm unsere Unterlagen zwecks Weiterleitung entgegen.
Auch dieser Zaun steht direkt am Deichfuß
So haben wir uns diese Woche natürlich sehr gefreut, als dieser positive Bescheid bei uns ankam und wir damit unserem Traum wieder ein kleines Stückchen nähergekommen sind. Aber warum und wieso diese Aktion stattgefunden hat, die auf mindestens zwei Ämtern sicherlich einige Leute beschäftigt hat, verstehen wir immer noch nicht!
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